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Nächste Veranstaltung: Mo, 7. Mai 2012, 18.30 Bahnhof Buffet HB Zürich, 1. Stock,
Raum Alcina
Mitgliederversammlung und anschliessend Vortrag von Dr.
Roland Böhmer: Von
Märtyrern, geschwätzigen Frauen und einem unreinen Geist Romanische Wandmalerei in
Zürich und Umgebung
1902 entdeckte der Kunsthistoriker Johann Rudolf
Rahn in der Siechenhauskapelle St. Jakob an der Sihl in Zürich romanische
Fresken mit Szenen aus dem Leben der Stadtheiligen Felix und Regula. Der Fund
kam einer kleinen Sensation gleich, denn bisher waren in der Deutschschweiz
keine Wandbilder aus dieser Epoche bekannt. Zwischen ungefähr 1920 und 1980
kamen bei Kirchenrestaurierungen im Kanton Zürich und in den angrenzenden Gebieten
zahlreiche weitere Wandmalereien aus der Zeit um 1200 zum Vorschein. Ihr Erhaltungszustand
war jedoch in vielen Fällen so schlecht, dass die Neuentdeckungen
jahrzehntelang kaum grössere Beachtung fanden. Erst eine genaue Analyse
ermöglichte Antworten auf Fragen wie: Welche Bildthemen sind dargestellt? Mit
welchen technischen Mitteln? Wer waren die Auftraggeber, wer die Künstler?
Dr.
Roland Böhmer arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei
der kantonalen Denkmalpflege Zürich und ist Präsident der Antiquarischen Gesellschaft.
Die mittelalterliche Wandmalerei bildet einen seiner Forschungsschwerpunkte.
2011 erschien von ihm die Buchpublikation Spätromanische
Wandmalerei zwischen Hochrhein und Alpen.
Neujahrsblatt 2012:
Melchior Fischli: Geplante Altstadt - Zürich,
1920 - 1960
Auf den ersten Blick werden Altstädte meist als Hort der
Tradition und Rückzugsort angehaltener Geschichte verstanden, als "authentischer"
Überrest vergangener Zeiten, deren Spuren anderswo längst getilgt sind.
Gleichzeitig gibt es in Westeuropa wohl kaum mehr ein zusammenhängendes
Altstadtquartier, das während der letzten hundert Jahre nicht Ziel von Sanierungskampagnen gewesen, in dem nicht
Ersatzneubauten errichtet oder eingreifende Restaurierungen durchgeführt worden
wären. Dies gilt auch für die Zürcher Altstadt.
Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und noch bis in die
1950er Jahre hinein war der mittelalterlich geprägte Kern der Stadt Ziel von
Sanierungsprojekten, die einen weitgehende Ersatz der bestehenden Bausubstanz
vorsahen. Im Lauf der 1930er Jahre ist dabei ein Wandel in der Haltung gegenüber
der Altstadt festzustellen: Waren zuvor immer wieder Planungen für eine
Neubebauung in jeweils "modernen" Formen diskutiert wurden, verfolgte die Stadtverwaltung
in Übereinstimmung mit der öffentlichen Meinung nun das erklärte Ziel, das
bestehende "Stadtbild" und den "Massstab" der Altstadt zu wahren.
Wenn auch nicht annähernd im geplanten Umfang umgesetzt,
hatten gerade diese Sanierungskampagnen weitreichende Eingriffe in die Altstadt
zur Folge. Vor allem in den 1940er und 50er Jahren wurden zahlreiche Um- und
Neubauten realisiert, die nach zeitgenössischem Verständnis an ihre Umgebung
"angepasst" waren und das Bild der Zürcher Altstadt seither wesentlich mitprägen.
Die Etappen dieser heute kaum bekannten Entwicklungen sind Thema des Buches.
Das Neujahrsblatt ist
im Buchhandel,
im Staatsarchiv des Kantons Zürich oder im Baugeschichtlichen
Archiv der Stadt Zürich für CHF 58 erhältlich (Chronos
Verlag ISBN
978-3-0340-1108-2).
Programm der Vortragsreihe
im Winterhalbjahr 2011/2012
Der neue Vortragszyklus der Antiquarischen Gesellschaft
startet am 24. Oktober 2011 mit einem Vortrag von Adrian
Knöpfli zur bewegten Geschichte der Alusuisse .
Nach einem Vortrag von Peter Kamber zur städtischen
und ländlichen Reformation am 21. November begibt
sich Susan Marti am 23. Januar 2012 in Wien, Budapest
und Königsfelden auf die Spuren von Königin
Agnes von Ungarn.Am 12. März stellt Anna Maria
Matter die ehemalige Manufaktur Kilchberg-Schooren vor,
die 1763-1907 hochwertiges Porzellan produzierte. Am
19. März spricht Eva Maeder Niederhäuser zum
Thema "Aufbruch oder Apokaypse? Ein sibirisches
Dorf zwischen Zarenreich und Stalinismus.". Den
Abschluss der Reihe macht am 7. Mai 2012 im Anschluss
an die Mitgliederversammlung der Präsident der
Antiquarischen Gesellschaft Roland Böhmer mit einem
Vortrag zum Thema: "Von Märtyrern, geschwätzigen
Frauen und einem unreinen Geist - Romanische Wandmalerei
in Zürich und Umgebung".
Das vollständige Programm der Vortragsreihe
finden Sie hier
Vorstand im Bild
Wer steht hinter den Vorträgen, Exkursionen,
Veranstaltungen und der Schriftenreihe der AGZ? Neuerdings
stehen Ihnen auf diesen Seiten auch Informationen zum
Vorstand der Antiquarischen Gesellschaft
zur Verfügung.
Itinerar der Herzöge Leopold
IV. und Friedrich IV. von 1386 bis 1418
Seit
dem 11. Juni 2011 steht eine aktualisierte
Fassung des Itinerars der Herzöge Leopold IV.
und Friedrich IV. für den Zeitraum von 1386-1418
bereit. Politische
Macht und physische Präsenz waren im ausgehenden
Mittelalter eng miteinander verknüpft. Im Neujahrsblatt 2010
untersucht Christian Sieber in seinem
Beitrag «On the Move» das Reiseverhalten der österreichischen Herzöge
Leopold IV. und Friedrich IV. von der Schlacht bei Sempach
(1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund
(1418). Basis der Untersuchung bildet das Itinerar,
das Sieber anhand der in datierten Urkunden und Missiven
genannten Ausstellungsorte zusammenstellte und durch
Hinweise in der Chronistik, in Rechnungsbüchern
oder in der Korrespondenz Dritter ergänzte. Wegen
seines Umfangs wurde das Itinerar im Neujahrsblatt nicht
abgedruckt. Die Fassung
von 2010 bleibt weiter verfügbar. Auch
in Zukunft wird das Itinerar aufgrund Ihrer
Ergänzungen und Korrekturen regelmässig aktualisiert.
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