ANTIQUARISCHE GESELLSCHAFT IN ZÜRICH
KANTONALER VEREIN FÜR GESCHICHTE UND ALTERTUMSKUNDE
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Sa, 26. Juni 2010
Sommerexkursion: Industriekultur im Tösstal

Spinnerei Hard, WinterthurMit der Spinnerei Hard bei Wülflingen, der ältesten mechanischen Fabrik der Schweiz, begann 1802 die Industrialisierung des Tösstals. Auch wenn die Heimarbeit noch lange der vorherrschende Erwerbszweig blieb, setzten erste Fabrikgebäude bald neue Akzente und leiteten einen Prozess ein, der das Zürcher Oberland mit dem Tösstal in eine hochmoderne Industrielandschaft verwandelte. Nach den Jahren der Krise und der Desindustrialisierung erinnern heute vor allem die mächtigen Fabrikgebäude an die vergangenen Zeiten und erzählen von Fabrikherren und Arbeitern, von Pionieren und technischen Erfindungen und vom Kampf um Ressourcen und Profite.

Unter der Leitung von Roland Böhmer und Peter Niederhäuser führt der Tagesausflug in die Vergangenheit und Gegenwart einer besonderen Kulturlandschaft. Den Auftakt bildet ein kurzer Halt bei der ehemaligen Spinnerei Hard. Anschliessend Fahrt nach Winterthur-Sennhof zur Firma Hermann Bühler AG, der letzten in der Schweiz tätigen Spinnerei. Der Familienbetrieb hat sich auf die Herstellung von besonderen Garnen und Textilien spezialisiert. Ein Rundgang zeigt anschaulich die verschiedenen Etappen der Produktion. Das Mittagessen geniessen wir in Gyrenbad, einer auf das Spätmittelalter zurückgehenden Kuranlage mit viel Charme. Am Nachmittag Fahrt nach Saland zum Weiler Undalen, einer gut erhaltenen Flarz-Siedlung. Im Freddi-Haus ist die ärmliche Wohnung der 1978 verstorbenen Textilarbeiterin Rosa Freddi erhalten. Zum Abschluss besuchen wir das Fabrik-Ensemble Neuthal, das unter Adolf Guyer-Zeller seine Blütezeit erlebte. Das Museum zeigt die Geschichte der Ortschaft wie der Fabrikindustrie und - seit Frühjahr 2010 - auch die Webmaschinensammlung von Sulzer-Rüti.
Weitere Informationen, Programm und Anmeldung


Dr. Roland Böhmer neuer Präsident der Antiquarischen Gesellschaft

Am 10. Mai 2010 wählte die Mitgliederversammlung den Kunsthistoriker Dr. Roland Böhmer einstimmig zum neuen Präsidenten der Antiquarischen Gesellschaft. Er tritt die Nachfolge von Dr. Sebastian Brändli an, der nach sechsjähriger Amtszeit zurückgetreten ist. Nach Würdigung seiner Verdienste in etwas ungewöhnlicher, aber der Tradition unserer Gesellschaft entsprechenden Form - Vizepräsidentin Frau Prof. Dr. Regula Schmid trug u.a. zur Melodie "Freut Euch des Lebens" eine "Hymne an den scheidenden Präsidenten" vor - wurde Brändli zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Das Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV.
von 1386 bis 1418

Politische Macht und physische Präsenz waren im ausgehenden Mittelalter eng miteinander verknüpft. In seinem Beitrag «On the Move» untersucht Christian Sieber im Neujahrsblatt 2010 das Reiseverhalten der österreichischen Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418). Basis der Untersuchung bildet das Itinerar, das Sieber anhand der in datierten Urkunden und Missiven genannten Ausstellungsorte zusammenstellte und durch Hinweise in der Chronistik, in Rechnungsbüchern oder in der Korrespondenz Dritter ergänzte. Wegen seines Umfangs wurde das Itinerar im Neujahrsblatt nicht abgedruckt. Es wird stattdessen hier als PDF-Dokument veröffentlicht und in Zukunft auch aufgrund Ihrer Ergänzungen und Korrekturen regelmässig aktualisiert.

Neujahrsblatt 2010:
«Die Habsburger zwischen Aare und Bodensee»

Meta Heusser-Schweizer mit ihrer zweiten Tochter Johanna und ihrer jüngsten Tochter Meta, um 1850Der Sammelband thematisiert in insgesamt 14 Beiträgen die habsburgische Herrschaft im Spannungsfeld von Archiv und Burgenbau, von Reisetätigkeit und Münzprägung, von Fürsten und ihrer Klientel oder von Klostergründungen und Grablegen und zeichnet so ein neues Bild der «habsburgischen» Vergangenheit der Schweiz.
Beiträge von Peter Niederhäuser (hg.), Harald Derschka, Roland Gerber, Andre Gutmann, Manfred Hollegger, Rainer Hugener, Martina Huggel, Nathalie Kolb Beck, Bruno Meier, Claudia Moddelmog, Peter Niederhäuser, Alois Niederstätter, Christian Sieber, Werner Wild, Benedikt Zäch. Details

Das Neujahrsblatt ist im Buchhandel für CHF 58 erhältlich (Chronos Verlag ISBN 978-3-0340-0719-1).

 

Vortragsprogramm 2009/2010
Die Vortragssaison der Antiquarischen Gesellschaft eröffnet am 9. November 2009 Elisabeth Joris mit einem Referat zu Josephine Stadlin. Weitere Referentinnen und Referenten befassen sich bis im Mai mit der Zürcher Industriekultur, der Familienfrau und Dichterin Meta Heusser oder bronzezeitlichen Seeufersiedlungen, lenken den Blick auf Fabeltiere oder Reisläufer an spätgotischen Kirchendecken oder thematisieren die politische Kultur im Alten Zürich. Termine und Details
 

Herbstversammlung 2009 - Sammelbericht über die Tätigkeit der historischen Gesellschaften und Kommissionen im Kt. Zürich
Am 24. Oktober 2009 nahmen auf Einladung der AGZ rund sechzig Vertreterinnen und Vertreter von Zürcher Ortsmuseen, Chronikstuben und ortsgeschichtlichen Kommissionen und Gesellschaften in Weisslingen an der traditionellen Herbstversammlung teil. Über die Vielfalt der Tätigkeiten dieser Institutionen im vergangenen Jahr orientiert der neue Sammelbericht. Die Jahresberichte ab dem Jahr 2000 finden Sie hier.  

 

Erneuerte Statuten
Die Mitgliederversammlung vom 11. Mai 2009 genehmigte die Revision der Statuten von 1993. Die Statuten tragen nun u.a. auch dem Bedürfnis nach einer Paarmitgliedschaft Rechnung.

 

Der Jahresbericht 2008/2009 ist da
Wollen Sie wissen, was Sie letztes Jahr verpasst haben? Informationen über die Aktivitäten der Gesellschaft, über Vorträge, Exkursionen oder das Neujahrsblatt, über die Mitglieder und den Vorstand finden Sie nebst der letzten Jahresrechnung im Jahresbericht der Antiquarischen Gesellschaft 2008/2009.

 

 Neujahrsblatt auf das Jahr 2009
Äbte, Amtsleute, Archivare - Zürich und das Kloster Einsiedeln
Das zwinglianische Zürich und der Marienwallfahrtsort Einsiedeln scheinen auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Die Schranken der Religion liessen nach der Reformation, so ein oberflächliches Urteil, die gemeinsame Geschichte weitgehend vergessen, die bis ichns 10. Jahrhundert zurückreicht und im Mittelalter zeitweise zu sehr engen Kontakten geführt hatte. Dass diese Beziehungen mit der Reformation keineswegs abbrachen, ist hingegen weniger bekannt.

Details

 

 

(Letzter Update: 16.5.2010 / Martin Leonhard)

Die Antiquarische Gesellschaft in Zürich (AGZ) ist der historische Verein des Kantons Zürich. Zugleich versteht sie sich als Dachorganisation der Zürcher Ortsmuseen und "Chronikstuben".

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