ANTIQUARISCHE GESELLSCHAFT IN ZÜRICH
KANTONALER VEREIN FÜR GESCHICHTE UND ALTERTUMSKUNDE
gegründet 1832

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Führung durch die Sonderausstellung
Johann Rudolf Rahn (1841-1912)

Montag, 30. Januar 2012, 16 Uhr oder 17.30 Uhr
Zentralbibliothek Zürich, Eingang Predigerchor, Predigerplatz 33

Rahn: Kloster KappelSpross einer alten, einflussreichen Zürcher Familie, wurde Rahn 1870 Professor für Kunstgeschichte an der Universität Zürich und zählte zu den Pionieren der Schweizer Kunstgeschichte. Seine Interessen waren ebenso breit gefächert wie sein Wirken, sein Beziehungsnetz so umfassend wie sein kulturelles Engagement. Mitglied der Stadtbibliothek, Mitbegründer der «Schweizerischen Gesellschaft für Erhaltung historischer Kunstdenkmäler» und einer der Initianten des schweizerischen Landesmuseums, gehörte Rahn auch der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich an. Ihm verdanken wir verschiedene Neujahrsblätter mit qualitätsvollen Illustrationen wie die nebenstehende Zeichnung aus dem Band zum Kloster Kappel.

Zum 100. Todesjahr Rahns stellt die Zentralbibliothek Zürich, die den Nachlass des Kunsthistorikers betreut, die Person und die unzähligen Tätigkeiten Rahns vor. Seine Zeichnungen geben einen Einblick in sein «Sehen», seine fachlichen Arbeiten decken das enorme Gebiet zwischen Inventarisation und Denkmalpflege, Künstlerbiografien und Kunsthistorie ab, und Gegenstände wie Urkunden oder Pokale erzählen von der gesellschaftlichen Anerkennung, die Rahn unter anderem auch in der AGZ fand. Bis heute zählt Rahn zu den «festen Grössen» der schweizerischen Kunstgeschichte und geniessen seine Studien die Wertschätzung der Fachwelt. Die beiden Kuratoren der Ausstellung, Dr. Jochen Hesse, Leiter der Graphischen Sammlung der Zentralbibliothek, und Barbara Dieterich, führen uns durch die reichen Bestände, geben uns einen Eindruck des immensen Schaffens von Johann Rudolf Rahn und zeigen dabei die enorme Bedeutung Rahns für die Kunstgeschichte auf.

Weitere Informationen

 

Neujahrsblatt 2012: Melchior Fischli:
Geplant Altstadt - Zürich, 1920 - 1960

Umschlag Neujahrsblatt 2012: Geplante Altstadt
Auf den ersten Blick werden Altstädte meist als Hort der Tradition und Rückzugsort angehaltener Geschichte verstanden, als "authentischer" Überrest vergangener Zeiten, deren Spuren anderswo längst getilgt sind. Gleichzeitig gibt es in Westeuropa wohl kaum mehr ein zusammenhängendes Altstadtquartier, das während der letzten hundert Jahre nicht Ziel von Sanierungskampagnen gewesen, in dem nicht Ersatzneubauten errichtet oder eingreifende Restaurierungen durchgeführt worden wären. Dies gilt auch für die Zürcher Altstadt.

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und noch bis in die 1950er Jahre hinein war der mittelalterlich geprägte Kern der Stadt Ziel von Sanierungsprojekten, die einen weitgehende Ersatz der bestehenden Bausubstanz vorsahen. Im Lauf der 1930er Jahre ist dabei ein Wandel in der Haltung gegenüber der Altstadt festzustellen: Waren zuvor immer wieder Planungen für eine Neubebauung in jeweils "modernen" Formen diskutiert wurden, verfolgte die Stadtverwaltung in Übereinstimmung mit der öffentlichen Meinung nun das erklärte Ziel, das bestehende "Stadtbild" und den "Massstab" der Altstadt zu wahren.

Wenn auch nicht annähernd im geplanten Umfang umgesetzt, hatten gerade diese Sanierungskampagnen weitreichende Eingriffe in die Altstadt zur Folge. Vor allem in den 1940er und 50er Jahren wurden zahlreiche Um- und Neubauten realisiert, die nach zeitgenössischem Verständnis an ihre Umgebung "angepasst" waren und das Bild der Zürcher Altstadt seither wesentlich mitprägen. Die Etappen dieser heute kaum bekannten Entwicklungen sind Thema des Buches.

Das Neujahrsblatt ist im Buchhandel, im Staatsarchiv des Kantons Zürich oder im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich für CHF 58 erhältlich (Chronos Verlag ISBN 978-3-0340-1108-2).


Programm der Vortragsreihe im Winterhalbjahr 2011/2012

Der neue Vortragszyklus der Antiquarischen Gesellschaft startet am 24. Oktober 2011 mit einem Vortrag von Adrian Knöpfli zur bewegten Geschichte der Alusuisse . Nach einem Vortrag von Peter Kamber zur städtischen und ländlichen Reformation am 21. November begibt sich Susan Marti am 23. Januar 2012 in Wien, Budapest und Königsfelden auf die Spuren von Königin Agnes von Ungarn.Am 12. März stellt Anna Maria Matter die ehemalige Manufaktur Kilchberg-Schooren vor, die 1763-1907 hochwertiges Porzellan produzierte. Am 19. März spricht Eva Maeder Niederhäuser zum Thema "Aufbruch oder Apokaypse? Ein sibirisches Dorf zwischen Zarenreich und Stalinismus.". Den Abschluss der Reihe macht am 7. Mai 2012 im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Präsident der Antiquarischen Gesellschaft Roland Böhmer mit einem Vortrag zum Thema: "Von Märtyrern, geschwätzigen Frauen und einem unreinen Geist - Romanische Wandmalerei in Zürich und Umgebung".

Das vollständige Programm der Vortragsreihe finden Sie hier


Vorstand im Bild

Wer steht hinter den Vorträgen, Exkursionen, Veranstaltungen und der Schriftenreihe der AGZ? Neuerdings stehen Ihnen auf diesen Seiten auch Informationen zum Vorstand der Antiquarischen Gesellschaft zur Verfügung.

 
Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von 1386 bis 1418

Seit dem 11. Juni 2011 steht eine aktualisierte Fassung des Itinerars der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. für den Zeitraum von 1386-1418 bereit. Politische Macht und physische Präsenz waren im ausgehenden Mittelalter eng miteinander verknüpft. Im Neujahrsblatt 2010 untersucht Christian Sieber in seinem Beitrag «On the Move» das Reiseverhalten der österreichischen Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418). Basis der Untersuchung bildet das Itinerar, das Sieber anhand der in datierten Urkunden und Missiven genannten Ausstellungsorte zusammenstellte und durch Hinweise in der Chronistik, in Rechnungsbüchern oder in der Korrespondenz Dritter ergänzte. Wegen seines Umfangs wurde das Itinerar im Neujahrsblatt nicht abgedruckt. Die Fassung von 2010 bleibt weiter verfügbar. Auch in Zukunft wird das Itinerar aufgrund Ihrer Ergänzungen und Korrekturen regelmässig aktualisiert.

 

(Letzter Update: 25.1.2012 / Martin Leonhard)

Die Antiquarische Gesellschaft in Zürich (AGZ) ist der historische Verein des Kantons Zürich. Zugleich versteht sie sich als Dachorganisation der Zürcher Ortsmuseen und "Chronikstuben".

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