ANTIQUARISCHE GESELLSCHAFT IN ZÜRICH
KANTONALER VEREIN FÜR GESCHICHTE UND ALTERTUMSKUNDE
gegründet 1832

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Neujahrsblatt 2011: Helmut Meyer / Bernhard Schneider: Mission und Diakonie
Die Geschichte der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich,


Die Evangelische Gesellschaft des Kantons Zürich entstand als informelle Gruppierung in den 1830er-Jahren in Zürich. Eine feste Organisation gab sie sich 1846/47. Mit ihren geistigen Wurzeln aus dem 18. Jahrhundert verschränkte sie orthodoxe, staatskirchliche und pietistische Tradition. Praktisch organisierte sie konservativ gesinnte Pfarrer und Laien, die etwas tun wollten gegen die Säkularisierung von Kirche und Gesellschaft. Anfänglich auf die Stadt Zürich beschränkt, gelang es ihr, allmählich ein kantonsweites Netz zu bilden. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhunderts verband die Gesellschaft mit ihrem missionarischen Einsatz vermehrt diakonische Aufgaben. So leisteten vor allem Frauen unentgeltliche Hilfe für Arme, Kranke und Schwache

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts definierte sie Diakonie noch einmal neu: Aus der «Stadtmission» ging eine diskrete Telefonseelsorge hervor und seit den 1970er Jahren bietet sie verschiedenen Gruppen am Rande der Gesellschaft praktische Lebenshilfe, geschützte Räume und professionelle Ansprechpersonen

Details zum Neujahrsblatt der Antiquarischen Gesellschaft.
Helmut Meyer, Bernhard Schneider, Mission und Diakonie, Geschichte der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich, (=Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 78), erschienen im
Chronos Verlag
ISBN 978-3-0340-1060-3). 

 

Neujahrsblatt 2010: Peter Niederhäuser (Hg.),
Die Habsburger zwischen Aare und Rhein,


Er sei als Habsburger «ein geborener, guter Eidgenosse», verkündete Maximilian 1507 in Konstanz und erinnerte so an die aargauischen Wurzeln der Habsburger und an die frühere Herrschaft auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Auch wenn seit dem Spätmittelalter die angeblich unversöhnlichen Gegensätze zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft betont wurden, machen das Herkommen und die ursprüngliche Bedeutung der Habsburger deutlich, dass auch sie Teil der Schweizer Geschichte sind.

Unter dem Eindruck einer «nationalen» Geschichtsschreibung wurde Schweizer Geschichte jedoch lange vor allem aus der Innerschweizer Perspektive betrachtet. Erst die letzten Jahre brachten eine Hinterfragung der klassischen Geschichtsbilder und eine Verschiebung der Gewichtungen. In den Vordergrund rückte nicht zuletzt die habsburgische Vergangenheit. Statt den Schlachten galt - und gilt - das Interesse jetzt alltäglicheren Formen des Mit- und Gegeneinanders, die weit stärker von Kontinuität als von Abgrenzung geprägt waren und Fragen beispielsweise nach der  Rolle des Adels und der kleineren Städte, nach den Strukturen der habsburgischen Landesherrschaft und Verwaltung oder nach der Macht der Erinnerung aufwerfen.

Diese Sicht führt das vorliegende Buch fort, das in insgesamt vierzehn Beiträgen die habsburgische Herrschaft im Spannungsfeld von Archiv und Burgenbau, von Reisetätigkeit und Münzprägung, von Fürsten und ihrer Klientel oder von Klostergründungen und Grablegen thematisiert und so ein neues Bild der «habsburgischen» Vergangenheit der Schweiz zeichnet.

Inhalt:

  • Karl von Habsburg: Zum Geleit
  • Peter Niederhäuser: «Erbfeindschaft», Konkurrenz oder gemeinsame Wurzeln?
    Habsburgisch-eidgenössische Geschichte(n) im Spätmittelalter

Formen und Symbole von Herrschaft

  • Bruno Meier: Habsburger und Eidgenossen im Mittelalter. Versuch einer Periodisierung.
  • Harald Derschka: Das Hochstift Konstanz und Rudolf von Habsburg.
  • Werner Wild: Habsburger und Burgenbau in den «Vorderen Landen»
  • Benedikt Zäch: Habsburgische Münzprägung und Münzpolitik
    in den Vorlanden um 1400
  • Christian Sieber: «On the Move». Das Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von Österreich von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418)
    Im gedruckten Beitrag nicht enthalten ist das ausschliesslich hier zugängliche Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von Österreich 1386-1418.
     
  • Roland Gerber: Erobert, entführt und makuliert. Das vorländische Archiv der Herzöge von Österreich als Herrschaftsinstrument und Kriegsbeute

Fürsten und Gefolgsleute

  • Alois Niederstätter: Princeps Suevie et Alsacie. Herzog Rudolf IV. von Österreich und die habsburgischen Vorlande
  • Manfred Hollegger: Maximilian I. und die Eidgenossen
  • Peter Niederhäuser: Adel und Habsburg - habsburgischer Adel? Karrieremöglichkeiten und Abhängigkeiten im späten Mittelalter
  • Andre Gutmann: Exponenten der Teilung - Instrumente der Versöhnung? Die Schenken und Truchsesse von Habsburg zwischen den Linien Habsburg und Habsburg-Laufenburg in der Mitte des 13. Jahrhunderts-
  • Nathalie Kolb Beck: Hans Lanz von Liebenfels. Eine Diplomatenkarriere im 15. Jahrhundert

Erinnerungskulturen

  • Claudia Moddelmog: Stiftung als gute Herrschaft. Die Habsburger in Königsfelden
  • Rainer Hugener: Umstrittenes Gedächtnis. Habsburgisches und eidgenössisches Totengedenken nach der Schlacht bei Sempach
  • Martina Huggel: Die Grabkapelle der Herren von Hallwyl in der Kirche Seengen. Erinnerungskultur eines Schweizer Adelsgeschlechts

Details zum aktuellen Neujahrsblatt der Antiquarischen Gesellschaft.
Peter Niederhäuser (Hg.), Die Habsburger zwischen Aare und Bodensee. Erschienen im
Chronos Verlag ISBN 978-3-0340-0719-1. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 77). 258 Seiten, ca. 90 Abb., CHF 58.

 

Neujahrsblatt 2009: Andreas Meyerhans, Peter Niederhäuser (Hg.), Äbte, Amtsleute, Archivare. Zürich und das Kloster Einsiedeln.


Das zwinglianische Zürich und der Marienwallfahrtsort Einsiedeln scheinen auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Die Schranken der Religion liessen nach der Reformation, so ein oberflächliches Urteil, die gemeinsame Geschichte weitgehend vergessen, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht und im Mittelalter zeitweise zu sehr engen Kontakten geführt hatte. 
Dass diese Beziehungen mit der Reformation keineswegs abbrachen, ist hingegen weniger bekannt: Der Abt blieb Bürger der neugläubigen Stadt, Zürcher Patrizier übten im Namen des Klosters Herrschaft aus, Bewohner der Zürcher Landschaft waren zum Teil Eigenleute, zum Teil Zins- und Lehnsleute des Gotteshauses. Gutnachbarliche Kontakte und politische Konkurrenz, Dialog und Konflikte gehörten zum Alltag, an den zahlreiche Schriftstücke, Bilder und Pläne erinnern. 
Ausgehend von den reichen Beständen des Klosterarchivs Einsiedeln werden in lockerer Abfolge unterschiedliche Aspekte der Beziehungen zwischen Zürich und Einsiedeln aufgegriffen. Der Bogen reicht von der Verwaltung der Einsiedler Güter auf zürcherischem Boden und den damit verbundenen Rivalitäten um Herrschaftsrechte über den Holzhandel und die Rolle von Rechtsgelehrten im Streit um die Eigenständigkeit des Klosters bis hin zu wissenschaftlichen Forschungen und Gesprächen sowie den «Zürcher» Beständen im Klosterarchiv. Die Zeitreise führt vom hohen Mittelalter bis in die Gegenwart und bietet so einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf die Zürcher Landesgeschichte. 

Mit Beiträgen von 
Christoph Baumgartner, Daniel Bitterli, Sebastian Brändli, Fr. Thomas Fässler, Stefan Frey, Reto Häfeli, Stefan V. Keller, Andreas Kränzle, Stefan Kwasnitza, Andrée Lappé, Claudio Leibacher, Andreas Meyerhans, Claudia Moritzi, Peter Niederhäuser, Monika Rhyner, P. Joachim Salzgeber, Rebecca Sanders, Christoph Stätzler.

Details:
Andreas Meyerhans, Peter Niederhäuser (Hg.), Äbte,Amtleute, Archivare. Zürich und das Kloster Einsiedeln. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-0340-0940-9. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 76). 208 Seiten, 80 Abb., CHF 58.
 

 

Neujahrsblatt 2008: Eva Maeder, Peter Niederhäuser (Hg.),
Von Zürich nach Kamtschatka. Schweizer im Russischen Reich


"Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft beginnt Europa sich wieder als Kontinent zu verstehen, der eine gemeinsame Vergangenheit mit zahlreichen Berührungspunkten besitzt. Die Schweiz ist Teil dieser europäischen Ost-West-Geschichte, die von Krieg und Frieden, von Handel und Wirtschaft, nicht zuletzt von persönlichen Kontakten geprägt war und ist.
Eine zentrale Rolle spielt in diesem Austausch das grosse Russland. Oft geht vergessen, dass sich unter den vielen Westeuropäern, die ab dem 18. Jahrhundert nach Russland zogen, nicht wenige Schweizer befanden. Russland bot gerade qualifizierten Einwanderern lange ausgezeichnete Bedingungen, trugen diese Migranten doch massgeblich zur Modernisierung des rückständigen Zarenreichs bei. Als Ingenieure, Färber, Lehrer oder Käser ausgezogen, stiegen einige zu Fabrikanten und leitenden Angestellten, ja sogar zu Erziehern der Zarenkinder auf - Russland erscheint durchaus als Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Unter den Russlandschweizern befanden sich auch Zürcherinnen und Zürcher. Statistisch gesehen eine kleine, wenig homogene Gruppe, waren sie in allen Bereichen anzutreffen und hinterliessen als Wissenschaftler wie als Künstler, als Kaufleute wie als Pädagogen, als Industrielle wie als Musterlandwirte ihre Spuren. Auf der Suche nach solchen Spuren lädt das reich illustrierte Buch ein zu einer Entdeckungsreise in eine Welt, die 1917 ein abruptes Ende fand.

Details:
Eva Maeder, Peter Niederhäuser (Hg.), Von Zürich nach Kamtschatka. Schweizer im Russischen Reich. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2008,
ISBN 978-3-0340-0891-4. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 75). 232 Seiten, Abbildungen, CHF 58.- 

Neujahrsblatt 2007: R. Böhmer, S. Brändli, M. Leonhard, P. Niederhäuser (Hg.), Vom Grabhügel zur Öko-Siedlung. Zürcher Bau-Geschichten


"Vom Grabhügel zur Ökosiedlung" ist ein spannendes und ungewöhnliches Porträt des Kantons Zürich. Stadt und Landschaft werden im Spiegel von Bauten und Anlagen dargestellt, die kunst-, kultur- und sozialgeschichtlich ebenso wie politik- und wirtschaftshistorisch von Bedeutung sind. Aus jeder Gemeinde wird ein Bau mit seiner Bewohner- und Nutzungsgeschichte in Text und Bild vorgestellt, aus den grösseren Städten sind es mehrere Beispiele. Dabei wird zeitlich und thematisch der Bogen weit gespannt: Die Objekte reichen bis in die Frühzeit zurück und führen über römische, mittelalterliche, frühneuzeitliche und moderne Zeugen bis zur Gegenwart. Vertreten sind neben Wohngebäuden auch Industriebauten und Geschäftshäuser, Burgruinen und Verkehrskreisel, Pfarrhäuser und Tavernen, Bahnstationen und Postlokale, Schulhäuser und Schwimmbäder, Gastarbeiterunterkünfte und Grabmäler, Brücken und Waschhäuser.
Die Antiquarische Gesellschaft feiert 2007 ihr 175jähriges Bestehen. Das vorliegende Kantonsporträt ist das wichtigste Jubiläumsprojekt der Gesellschaft und eine Hommage an den Kanton und sein kulturelles Erbe.

Details:
Roland Böhmer, Sebastian Brändli, Martin Leonhard, Peter Niederhäuser (Hg.), Vom Grabhügel zur Öko-Siedlung. Zürcher Bau-Geschichten. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2007,
ISBN 3-0340-0839-2. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 74). 424 Seiten, 300 Abbildungen, gebunden CHF 65.--

Neujahrsblatt 2006: P. Niederhäuser, Ch. Sieber (Hg.), Ein "Bruderkrieg" macht Geschichte. Neue Zugänge zum Alten Zürichkrieg


Manchmal als Toggenburger Erbschaftskrieg, als Schwyzer, Eidgenössischer, Österreichischer oder gar Armagnakenkrieg bezeichnet, spielt die seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert hauptsächlich «Alter Zürichkrieg» genannte Auseinandersetzung der Jahre zwischen 1436 und 1450 im kollektiven Gedächtnis gerade von Zürich eine grosse Rolle. Die als «Mord» von Greifensee gebrandmarkte Hinrichtung der zürcherischen Besatzung von Greifensee durch ein eidgenössisches Kriegsgericht, die Gegenspieler Ital Reding und Rudolf Stüssi und die Schlachten bei St. Jakob an der Sihl und an der Birs nehmen aber nicht nur im Zürcher, sondern auch im Schweizer Geschichtsbild einen wichtigen Platz ein. Die unterschiedlichen Bezeichnungen weisen gleichzeitig darauf hin, dass der mehrjährige Konflikt keineswegs einfach ein «Bürger-» oder «Bruderkrieg» zwischen Schwyz und Zürich sowie ihren Verbündeten war. Der Streit griff vielmehr weit in die benachbarten, auch süddeutschen Gebiete aus, und gekämpft wurde nicht nur mit militärischen, sondern auch mit propagandistischen und diplomatischen Mitteln. Im Vordergrund des Buches stehen aber nicht die politischen Hintergründe und militärischen Ereignisse, die mittlerweile gut bekannt sind, sondern Gesichtspunkte, die den Alten Zürichkrieg stärker von «unten» und von «aussen» erforschen. Aus der Optik einer Alltags-, Kultur- und Regionalgeschichte heraus sollen etwa die Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Perspektive einzelner Akteure und Persönlichkeiten sowie die Rolle von vermeintlichen Nebenschauplätzen untersucht werden. Diese bisher weit-gehend vernachlässigten Themen machen deutlich, dass der Alte Zürichkrieg ein Konflikt vieler Dimensionen ist, dass Kriege nicht nur auf den Schlachtfeldern Spuren hinterlassen und dass auch «Verlierer» eine Geschichte haben und verdienen.

Details: Peter Niederhäuser, Christian Sieber (Hg.), Ein Bruderkrieg macht Geschichte. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2006, ISBN 3-0340-0755-8. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 73). 208 Seiten, 49 Abbildungen, broschiert. Sfr. 58.-
 

Neujahrsblatt 2005: P. Niederhäuser, A. Ulrich (Hg.), Fremd in Zürich - fremdes Zürich? Migration, Kultur und Identität im 19. und 20 Jahrhundert


Das multikulturelle Zürich ist heute in aller Munde. Dabei geht jedoch rasch vergessen, dass Zürich bereits vor hundert Jahren der «Schmelztiegel» der Schweiz war. Die «Fremden» kamen allerdings weniger aus der Ferne als aus benachbarten Gebieten, wirkten aber als Innerschweizer Katholiken, süddeutsche Dienstboten, italienische Maurer oder osteuropäische Juden gelegentlich nicht minder exotisch auf die Zürcher Bevölkerung als heutige Einwanderungsgruppen. Die Migration führte und führt zu einem mehr oder weniger heftigen Aufeinanderstossen unterschiedlicher Kulturen, doch Umstände und Folgen gerade für die Identität der Betroffenen sind weit vielfältiger, als ein oberflächlicher Blick glauben lässt.
Im Mittelpunkt des Buches stehen Themen, die das «Fremdsein» in Zürich nicht nur am Beispiel von Ausländerinnen und Ausländern, sondern auch von Wanderungsbewegungen innerhalb der Schweiz, von Sprachen, Religionen oder Weltüberzeugungen untersuchen. «Fremd» ist immer eine Frage der Wahrnehmung und kann einem raschen Bedeutungswandel unterliegen. Was gestern «fremd» war, scheint heute oft selbstverständlich. Abgesehen davon sind Fremde nicht unbedingt Ausländer - und Ausländer nicht immer Fremde. Solche Aspekte greifen die verschiedenen Beiträge auf, die um fremde Heimat, unterschiedliche Welten oder Politik und Migration kreisen.

Details: Peter Niederhäuser, Anita Ulrich (Hg.), Fremd in Zürich - fremdes Zürich? Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-0340-0713-2. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 72). 
 

Neujahrsblatt 2004: Antiquarische Gesellschaft (Hg.), Pfahlbaufieber. Von Antiquaren, Pfahlbaufischern, Altertümerhändlern und Pfahlbaumythen


Aus Anlass des Jubiläums «150 Jahre Pfahlbauforschung in der Schweiz» und in Anbetracht der Tatsache, dass die Antiquarische Gesellschaft in Zürich vom Pfahlbaupionier Ferdinand Keller gegründet wurde, ist das vorliegende Neujahrsblatt den Anfängen und der Entwicklung dieser Forschungsdisziplin gewidmet.
Die Entdeckung von Pfählen, Steinwerkzeugen, Knochen und Scherben in Obermeilen im Januar 1854 und deren umgehende Deutung durch Ferdinand Keller markieren den Beginn der schweizerischen Pfahlbauforschung. Diese Entdeckung und die Arbeiten Kellers erregten grosses Aufsehen. Plötzlich traten vorgeschichtliche «nationale» Kulturen ins Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise, und die noch kaum institutionalisierte Urgeschichtsforschung wurde zu einer europaweit beachteten Studienrichtung.
Dieser Band enthält elf fundierte Beiträge von neun Autorinnen und Autoren. Nebst der eigentlichen archäologischen Entdeckungs- und Wissenschaftsgeschichte stehen deren hauptsächlich beteiligte Akteure und Institutionen im Zentrum. Aber auch der noch nicht behördlich geregelte Umgang mit den Funden sowie die lukrativen Aktivitäten der Antiquare, Pfahlbaufischer, Sammler und Händler werden anhand von Textquellen anschaulich geschildert. In weiteren Beiträgen wird aufgezeigt, wie das «Pfahlbaufieber» in Welt- und Landesausstellungen, im Schulbuch, ja sogar in der Architektur seinen Niederschlag fand. Den Abschluss bilden Einblicke in die Technik der Funddokumentation sowie eine aktuelle Bestandesaufnahme der zürcherischen Seeufersiedlungen.

Details: Antiquarische Gesellschaft in Zürich (Hg.), Pfahlbaufieber. Von Antiquaren, Pfahlbaufischern, Altertümerhändlern und Pfahlbaumythen. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-0340-0672-1. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 71).
Mit Beiträgen von : Kurt
Altorfer, Beat Eberschweiler, Marc-Antoine Kaeser, Daniel Kauz, Barbara Helbling-Gloor, Martin Trachsel, Adolf M. Vogt, Armin Mathis 
 

Neujahrsblatt 2003: Peter Niederhäuser (Hg.), Alter Adel - neuer Adel?
Zürcher Adel zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit.


Der Begriff «Adel» ruft in der Schweiz gemischte Gefühle hervor, verbindet sich doch das Schreckbild der bösen Vögte und Raubritter mit Burgenromantik und Glamourszenen der Regenbogenpresse. Das Schicksal des Adels jenseits dieser Klischees hingegen ist wenig bekannt. Mit der Verdrängung Habsburgs und der Festigung der Stadtzürcher Herrschaft ab 1400 schien auch die alte Führungsgruppe aus der Zürcher Landschaft zu verschwinden oder zur Bedeutungslosigkeit hinabzusinken; die Zeit der verarmten und gewalttätigen «Ritter» war, so das populäre Geschichtsbild, endgültig vorbei.
Neue Forschungen ermöglichen jetzt zumindest punktuell eine differenziertere Sicht auf das Schicksal des Zürcher Adels in nachhabsburgischer Zeit und machen auf eine Blüte adliger Werte und Symbole im Spätmittelalter aufmerksam, die sich beim alteingesessenen Landadel wie bei der neuen städtischen Elite widerspiegelt. Welche Stellung nimmt aber der Adel im Übergang zur Neuzeit überhaupt ein? Welche Rolle spielt adlige Kultur für die Zürcher Vergangenheit? Diese Fragen nach dem Fortleben einer Adelswelt innerhalb des Zürcher Territoriums zwischen 1400 und 1600 stehen im Zentrum des Sammelbandes, der einen Überblick über die aktuelle regionale Forschung leisten und einzelne Bausteine zu einer im Vergleich mit dem Ausland erstaunlich schlecht untersuchten Geschichte versammeln will.

Details: Peter Niederhäuser (Hg.), Alter Adel - Neuer Adel? Zürcher Adel zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit. Erschienen im Chronos-Verlag, Zürich 2002, ISBN 3-0340-0576-8.
232 Seiten,. 47 Abbildungen, broschiert (
Band 70 der "Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft" und 167. Neujahrsblatt).
Mit Beiträgen von Ernst BAUMELER, Erwin EUGSTER, Stefan FREY, Rudolf GAMPER, Karl GRUNDER, Katrin HÜRLIMANN, Martin ILLI, Claudia KAJATIN, Martin LEONHARD, Peter NIEDERHÄUSER, Ulrich PFISTER, Christian RENFER, Hermann ROMER, Martina WEHRLI-JOHNS, Dölf WILD, Peter ZIEGLER 
 
 

Neujahrsblatt 2002: Geschichte schreiben in Zürich.


Die Antiquarische Gesellschaft betreibt hier sozusagen erweiterte Nabelschau. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte der Gesellschaft, ihrer Rolle für die Geschichtsschreibung und für einige Institutionen, welche das historische Erbe pflegen. Insbesondere die kantonalzürcherische Denkmalpflege ist recht eigentlich aus dem "Schoss der Antiquarischen Gesellschaft" entsprungen. Breit behandelt werden auch die Zürcher Archive und das Landesmuseum.

Details:
Hg. Antiquarische Gesellschaft des Kantons Zürich, Geschichte schreiben in Zürich. Die Rolle der Antiquarischen Gesellschaft bei der Erforschung und Pflege der Vergangenheit. Zürich 2002 (erschienen im Chronos-Verlag, als Band 69 der "Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft" und als 166. Neujahrsblatt).
Inhaltsverzeichnis:
Jürg E. Schneider: Im Schosse der Antiquarischen Gesellschaft fing alles an.
Helmut Meyer: Die Antiquarische Gesellschaft und die zürcherische akademische Forschung
Sebastian Brändli: Lokalgeschichte von unten? Zürcher Ortsgeschichten: Anlässe, Autoren, Themen
Reto Weiss: Das Fundament der Zürcher Geschichtsschreibung: Die Zürcher Archivlandschaft
Matthias Senn und Christoph Kübler: Vermittlung von Geschichte im Museum. Die Sammel- und Vermittlungstätigkeit des Schweiz. Landesmuseums im Kontext zeitbedingter Geschichtsauffassungen; das "neue" Landesmuseum.
Hanspeter Rebsamen, Christian Renfer, Dorothee Huber: Die Geburt der Denkmalpflege aus dem Schosse der Antiquarischen Gesellschaft. Geschichte, Mission und Möglichkeiten
 
 

Neujahrsblatt 2001: Maria Crespo, Verwalten und Erziehen: Die Entwicklung des Zürcher Waisenhauses 1637-1837


In der Zürcher Dissertation von Maria Crespo werden Kinderfürsorge und Anstaltserziehung der Stadt Zürich vom 17. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts untersucht. Eine der sozialpolitischen Maßnahmen der staatlich organisierten Armen- bzw. Kinderfürsorge war die Versorgung in einer Anstalt. Mit dem Waisenhaus von Zürich wird eine der wichtigsten sozialen Institutionen dieser Stadt vorgestellt. Erstmals wird hier anhand eines exakten Vergleichs von Waisenhausordnungen die Entwicklung von Verwaltungsorganisation und Erziehungskonzeption in einer öffentlichen Waisenanstalt unter Berücksichtigung der politischen, sozialen und geistigen Zeitströmungen analysiert.

Details:
erschienen im
Chronos Verlag, Zürich 2001, ISBN 3034005008
Broschiert, 295 Seiten, mit 14 Abbildungen und 8 Tabellen
(Band 68 der "Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft" und 165. Neujahrsblatt).

 

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