ANTIQUARISCHE GESELLSCHAFT IN ZÜRICH
KANTONALER VEREIN FÜR GESCHICHTE UND ALTERTUMSKUNDE
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Vortrag Dr. Eva Mäder Niederhäuser
Aufbruch oderApokalypse? - Ein sibirisches Dorf zwischen Zarenreich und Stalinismus

Montag, 19. März 2012, 18.30 Uhr
Bahnhof Buffet HB Zürich, 1. Stock Raum "Alcina"

Porträt SibirenIn den 1760er-Jahren wurden rund 5'000 sogenannte Altgläubige - Angehörige einer russisch-orthodoxen Minderheit, die sich von der Staatskirche abgespalten hatte - im Gebiet zwischen dem Baikalsee und der Mongolei angesiedelt. Sie sollten in der vorwiegend von Viehzüchtern besiedelten Region die Landwirtschaft entwickeln und so das Gebiet kolonisieren helfen. Tatsächlich blühten ihre Dörfer rasch auf und zählten um 1900 bis zu 5'000 Einwohner.

Was passierte jedoch mit dieser besonderen Welt im 20. Jahrhundert, als die Russischen Revolutionen von 1917, der Bürgerkrieg und die Sowjetisierung nach 1921 den ländlichen Alltag, das Leben und nicht zuletzt den Glauben der altgläubigen Dorfbewohner in Sibirien dramatisch veränderten?
Dr. Eva Maeder Niederhäuser ist Osteuropahistorikerin. Sie dissertierte an der Universität Zürich über die Geschichte einer altgläubigen Gemeinde in Sibirien (Chronos Verlag 2010), ist Mitherausgeberin verschiedener Sammelbände unter anderem zur Geschichte der russisch-schweizerischen Beziehungen und unterrichtet jetzt an der Kantonsschule Stadelhofen Geschichte. 

Weitere Informationen

 

Neujahrsblatt 2012: Melchior Fischli:
Geplant Altstadt - Zürich, 1920 - 1960

Umschlag Neujahrsblatt 2012: Geplante Altstadt
Auf den ersten Blick werden Altstädte meist als Hort der Tradition und Rückzugsort angehaltener Geschichte verstanden, als "authentischer" Überrest vergangener Zeiten, deren Spuren anderswo längst getilgt sind. Gleichzeitig gibt es in Westeuropa wohl kaum mehr ein zusammenhängendes Altstadtquartier, das während der letzten hundert Jahre nicht Ziel von Sanierungskampagnen gewesen, in dem nicht Ersatzneubauten errichtet oder eingreifende Restaurierungen durchgeführt worden wären. Dies gilt auch für die Zürcher Altstadt.

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und noch bis in die 1950er Jahre hinein war der mittelalterlich geprägte Kern der Stadt Ziel von Sanierungsprojekten, die einen weitgehende Ersatz der bestehenden Bausubstanz vorsahen. Im Lauf der 1930er Jahre ist dabei ein Wandel in der Haltung gegenüber der Altstadt festzustellen: Waren zuvor immer wieder Planungen für eine Neubebauung in jeweils "modernen" Formen diskutiert wurden, verfolgte die Stadtverwaltung in Übereinstimmung mit der öffentlichen Meinung nun das erklärte Ziel, das bestehende "Stadtbild" und den "Massstab" der Altstadt zu wahren.

Wenn auch nicht annähernd im geplanten Umfang umgesetzt, hatten gerade diese Sanierungskampagnen weitreichende Eingriffe in die Altstadt zur Folge. Vor allem in den 1940er und 50er Jahren wurden zahlreiche Um- und Neubauten realisiert, die nach zeitgenössischem Verständnis an ihre Umgebung "angepasst" waren und das Bild der Zürcher Altstadt seither wesentlich mitprägen. Die Etappen dieser heute kaum bekannten Entwicklungen sind Thema des Buches.

Das Neujahrsblatt ist im Buchhandel, im Staatsarchiv des Kantons Zürich oder im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich für CHF 58 erhältlich (Chronos Verlag ISBN 978-3-0340-1108-2).


Programm der Vortragsreihe im Winterhalbjahr 2011/2012

Der neue Vortragszyklus der Antiquarischen Gesellschaft startet am 24. Oktober 2011 mit einem Vortrag von Adrian Knöpfli zur bewegten Geschichte der Alusuisse . Nach einem Vortrag von Peter Kamber zur städtischen und ländlichen Reformation am 21. November begibt sich Susan Marti am 23. Januar 2012 in Wien, Budapest und Königsfelden auf die Spuren von Königin Agnes von Ungarn.Am 12. März stellt Anna Maria Matter die ehemalige Manufaktur Kilchberg-Schooren vor, die 1763-1907 hochwertiges Porzellan produzierte. Am 19. März spricht Eva Maeder Niederhäuser zum Thema "Aufbruch oder Apokaypse? Ein sibirisches Dorf zwischen Zarenreich und Stalinismus.". Den Abschluss der Reihe macht am 7. Mai 2012 im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Präsident der Antiquarischen Gesellschaft Roland Böhmer mit einem Vortrag zum Thema: "Von Märtyrern, geschwätzigen Frauen und einem unreinen Geist - Romanische Wandmalerei in Zürich und Umgebung".

Das vollständige Programm der Vortragsreihe finden Sie hier


Vorstand im Bild

Wer steht hinter den Vorträgen, Exkursionen, Veranstaltungen und der Schriftenreihe der AGZ? Neuerdings stehen Ihnen auf diesen Seiten auch Informationen zum Vorstand der Antiquarischen Gesellschaft zur Verfügung.

 
Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von 1386 bis 1418

Seit dem 11. Juni 2011 steht eine aktualisierte Fassung des Itinerars der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. für den Zeitraum von 1386-1418 bereit. Politische Macht und physische Präsenz waren im ausgehenden Mittelalter eng miteinander verknüpft. Im Neujahrsblatt 2010 untersucht Christian Sieber in seinem Beitrag «On the Move» das Reiseverhalten der österreichischen Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418). Basis der Untersuchung bildet das Itinerar, das Sieber anhand der in datierten Urkunden und Missiven genannten Ausstellungsorte zusammenstellte und durch Hinweise in der Chronistik, in Rechnungsbüchern oder in der Korrespondenz Dritter ergänzte. Wegen seines Umfangs wurde das Itinerar im Neujahrsblatt nicht abgedruckt. Die Fassung von 2010 bleibt weiter verfügbar. Auch in Zukunft wird das Itinerar aufgrund Ihrer Ergänzungen und Korrekturen regelmässig aktualisiert.

 

(Letzter Update: 30.1.2012 / Martin Leonhard)

Die Antiquarische Gesellschaft in Zürich (AGZ) ist der historische Verein des Kantons Zürich. Zugleich versteht sie sich als Dachorganisation der Zürcher Ortsmuseen und "Chronikstuben".

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