Montag, 8. Mai 2017 19:30 Uhr: Vortrag
Dr. Marc Höchner, Projektleiter Nationale Sonderausstellung "Luther und die Deutschen", Wartburg, Eisenach
Das museale Gedenken im Reformationsjubiläum 2017
Luther und die Deutschen
Bahnhof Buffet HB Zürich, 1. Stock, Raum Les Trouvailles

Reformationsjubiläen haben in Deutschland eine lange Tradition und Zentenarfeiern stehen immer unter den Vorzeichen der je eigenen Epoche. Das Reformationsjahr 2017 droht nun aber jeglichen Rahmen zu sprengen. Bereits im Vorfeld wurde mit einer «Reformations-Dekade» eine Erinnerungskultur angeheizt, wie es sie bisher nicht gab.

Alleine in Deutschland werden 2017 über 200 reformationsgeschichtliche Ausstellungen gezeigt. Bei den meisten öffentlichen Veranstaltungen steht eine Person klar im Vordergrund: Martin Luther. Das deutsche Superjubiläum greift auch auf Nachbarländer über. Selbst in der Schweiz und in den Niederlanden, die eine eigenständige Reformationsgeschichte haben, setzen die Gedenk­anlässe bereits 2017 ein.

Die Ausstellung «Luther und die Deutschen» beleuchtet von Mai bis November 2017 auf der Wartburg die 500-jährige, wechselhafte Beziehung der Deutschen zu «ihrem» Reformator. Vom Thesenanschlag bis in unsere Gegenwart ergründet sie mit einschlägigen Exponaten, wie sich die gesellschaftliche Bedeutung Luthers entwickelt hat. Marc Höchner, der diese «Nationale Sonderausstellung» für die Wartburg konzipiert und kuratiert hat, wirft ausgehend davon einen Blick hinter die Kulissen des Reformationsjubiläums. Er stellt tonangebende Akteure vor und zeigt Herausforderungen und Interessenskonflikte bei der Vermittlung und Vermarktung von reformationsgeschichtlichen Themen auf.

Bild: «Deutschlandkarte der Reformation» in Berlin / Frank Nürnberger / © Staatl. Geschäftsstelle «Luther2017»

Dr. Marc Höchner ist Projektleiter der Nationalen Sonderausstellung «Luther und die Deutschen». Er promovierte an der Universität Freiburg i. Ue. zum Schweizer Söldnerwesen und war zuvor in verschiedenen Schweizer Museen tätig.