Rudolf Gamper
Die Zürcher Stadtchroniken und ihre Ausbreitung in die Ostschweiz
Forschungsgeschichte, Überlieferung, Analyse der Chroniktexte

Die Zürcher Stadtchroniken gehören zu den bekannten und bedeutenden spätmittelalterlichen Chroniken. Zürich hatte als erste Stadt in der späteren Eidgenossenschaft eine eigene Geschichtsschreibung in deutscher Sprache. In Bern wie auch in Luzern wurde sie zur Gestaltung der ältesten Stadtchroniken beigezogen. In Zürich selbst wurden die Stadtchroniken immer wieder erneuert, d. h. neu formuliert und neuen Bedürfnissen angepaßt. Für die heutige Geschichtswissenschaft sind die Stadtchroniken von doppeltem Interesse: Einerseits gehören sie zu den unentbehrlichen Quellen zur Zürcher und Schweizer Geschichte, anderseits zeigen sie, was im Spätmittelalter für mitteilenswert gehalten wurde. Sie geben damit einen guten Einblick ins Selbstverständnis der Stadt und in die Vorstellungen, die man sich von der Geschichte der eigenen Stadt machte. 

Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 52, Heft 2
Neujahrsblatt Nr. 148
Druckerei Leemann, Zürich (1984)