Mittwoch, 29. Oktober 2025, 18:30 Uhr: Vortrag
Agnes von Ungarn 1280-1364. Die einflussreichste Habsburgerin des Mittelalters
Lavatersaal im Lavaterhaus, St. Peterhofstatt 6
Aegidius Tschudi bezeichnete sie als «gschwind und listig wib», nicht zuletzt unter dem Eindruck ihrer gescheiterten Vermittlung zwischen Zürich und Habsburg nach der Mordnacht von Zürich 1350/51. In der habsburgischen Chronistik wurde sie schon zu Lebzeiten als fast heilige Königin beschrieben, die ihr Leben im Dienst ihrer Familie und im Dienst an Gott verbracht habe.
Ihre Biografie ist insofern aussergewöhnlich, als sie das hohe Alter von 84 Jahren erreichte und vier Generationen der habsburgischen Familie miterlebte: vom Aufstieg ihres Grossvaters Rudolf zur Übernahme der österreichischen Herzogtümer durch ihren Vater Albrecht bis zu den gescheiterten Karrieren ihrer Brüder Friedrich und Leopold und den hochfliegenden Plänen ihres Neffen Rudolf.
Das Leben der Agnes kann man aus schweizergeschichtlicher Optik betrachten. Viel mehr gerecht wird man ihr aber, wenn man sie als Teil der habsburgischen Dynastie versteht, die ab dem Ende des 13. Jahrhunderts zur Elite des europäischen Adels zählte. Und Agnes spielte darin vor allem im Dreieck Österreich-Ungarn-Böhmen eine wichtige Rolle. Der Vortrag verknüpft deshalb europäische Politik mit Zürcher Lokalgeschehen.
Dr. Bruno Meier studierte Geschichte und Publizistik in Zürich und promovierte 1994 bei Roger Sablonier. Er war 1991 bis 1997 Leiter des Historischen Museums Baden und ist seit 1998 freiberuflich als Historiker tätig. Im gleichen Jahr gründete er den Verlag Hier und Jetzt, den er bis heute als Co-Leiter führt. Er ist Spezialist für die habsburgische und eidgenössische Geschichte des Mittelalters (Ein Königshaus aus der Schweiz, 2008; Von Morgarten bis Marignano, 2015, Neu: Agnes von Ungarn, 2025).
Bild: Agnes von Ungarn als Mitstifterin des Kloster Königsfelden. Darstellung aus dem Ehrenspiegel des Hauses Österreich (1555) nach einem nicht mehr erhaltenen Glasgemälde aus Königsfelden.
Im Anschluss an den Vortrag lädt Sie der Vorstand herzlich zum Apéro ein.