Montag, 22. Januar 2018 18:30 Uhr: Vortrag

Dr. Monika Burri, Marie Schumann, Luzern

Zürcher Seidengeschichten – Silk Memory

Bahnhof Buffet HB Zürich
1. Stock Raum Les Trouvailles

Die Zürcher Seidenindustrie stieg im 19. Jahrhundert zu einer der erfolgreichsten Branchen der Schweizer Wirtschaft auf. Rund um den Zürichsee stellten Zehntausende von Arbeitskräften in Heimarbeit und Fabrikbetrieben Kleider-, Krawatten- und Möbelstoffe her. Die glamourösen Kollektionen gelangten über Verkaufsbüros von St. Petersburg bis New York in alle wichtigen Handelsmetropolen. Während die Branche bis zum Ersten Weltkrieg prosperierte und einzelne Firmen zu internationalen Grosskonzernen aufstiegen, läutete die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre einen schleichenden Niedergang ein. Im Zuge von Deindustrialisierung und Globalisierung stellten die letzten Seidenwebereien ab den 1990er Jahren ihren Betrieb ein.

Diese wechselhafte Geschichte wird von einer Forschungsgruppe der Hochschule Luzern – Design & Kunst aufgearbeitet. Im Teilprojekt Silk Memory (https://silkmemory.hslu.ch) stehen die Aufbereitung und Vermittlung der materiellen und visuellen Textilkultur im Zentrum. Einerseits werden ein physisches Textilarchiv und eine online abrufbare Textildatenbank angelegt. Andererseits werden Werbematerialien, Dokumentationen zum Produktionsprozess und Abbildungen von Fabrikstandorten zugänglich gemacht. Entlang von historischen Textilien und Fotografien führen die Referentinnen Dr. Monika Burri und Marie Schumann durch 200 Jahre Zürcher Seidengeschichte, die von Abraham bis Weisbrod-Zürrer reicht.

Dr. Monika Burri ist Historikerin und Publizistin und arbeitet als Senior Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.
Marie Schumann ist selbstständige Designerin und arbeitet als wissenschaftliche Assistentin an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.

AGZ_Vortrag_Burri_Schumann_22_01_2018.pdf