Montag, 24. Februar 2020 18:30 Uhr: Vortrag
Dr. des. Annina Wyss Schildknecht, Bern/Augusta Raurica
Die Stadt Zürich in römischer Zeit
Eine lange vergessene Kleinstadt und Zollstation zwischen Alpen und Rheinprovinzen.
Universität Zürich Zentrum, KO2-F-150, Eingang Karl Schmid-Strasse 4

Anstelle der heutigen Altstadt von Zürich stand in römischer Zeit eine Kleinstadt, welche lange einer eingehenden wissenschaftlichen Auswertung harrte. Nachdem eine monographische Darstellung der spätkeltischen Siedlung bereits vorliegt, folgen nun die Ergebnisse der Aufarbeitung der römischen Befunde und Funde.

«Turicum», wie der Name der Vorgängerin Zürichs in römischer Zeit lautete, entwickelte sich im ersten nachchristlichen Jahrhundert aus dem keltischen Oppidum zu einer römischen Kleinstadt und erhielt den Status einer Zollstation. Ein markant gesunkener Wasserpegel führte in der Folge zu der grössten Ausdehnung Turicums im 2. Jahrhundert. Auf diese Blütezeit folgten die Unruhen des 3. Jahrhunderts und schliesslich der Bau des Kastells auf dem Lindenhof.

Archäologie in gewachsenen Städten stellt besondere Anforderungen an eine wissenschaftliche Auswertung. So muss mit wenigen Anhaltspunkten und kleinsten Ausschnitten gearbeitet werden, was jedoch nicht die Ergebnisse zu schmälern vermag. Das Zusammentragen vieler Kleinstergebnisse ermöglichte es, Turicum, die ihm zustehende Stellung innerhalb der römischen Siedlungslandschaft zu geben.

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Zürcher Zirkel für Ur- und Frühgeschichte

Dr. des. Annina Wyss Schildknecht ist Archäologin und arbeitet an verschiedenen Projekten in Bern und Augst.