Montag, 12. Mai 2014 19:30 Uhr: Vortrag
Henry Gerlach, M. A., Konstanz
Eine Stadt im Ausnahmezustand?
Die Stadt Konstanz und das Konzil von Konstanz
Bahnhof Buffet HB Zürich, 1. Stock Raum «Les Trouvailles»

Das Konzil zu Konstanz (1414–1418) war Schau­platz theologischer und politischer Verhandlungen von europäischer Bedeutung. Es war aber auch Austragungsort vieler wichtiger Prozesse, deren Bestechungs­ma­schinerie die Taschen der Richter und italienischen Bankiers füllte. Darüber hinaus profitierten jedoch auch Bürger, Handwerker und der niedere Klerus in Konstanz vom Konzil und seinen Begleit­ver­an­staltungen. Die Stadt sah in den dreieinhalb Jahren Feste, Turniere, Prozessionen und pompöse Begräbnisse, aber auch Buchverbrennungen und grausame Hinrichtungen.

Im Vortrag soll versucht werden, die quir­­lige Atmosphäre in der Konzilsstadt einzufangen, aber auch auf die spannende und manchmal schwierige Situation einer zeitweiligen «Multikulti-Stadt» mit Hauptstadtfunktion einzugehen.

 

 

 

Henry Gerlach (geb. 1960), M. A., Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Konstanz und Hamburg. Publikationen u. a. zum Konzil von Konstanz. 2013 erschien sein Konzilsroman «In Nomine Diaboli» im Autorenteam mit Monika Küble. Seine hochdeutsche Übertragung der Konzilschronik von Ulrich Richental ist im Druck.