Montag, 25. Oktober 2010 18:30 Uhr: Vortrag
Helmut Meyer
Gegen den Strom!
Die Evangelische Gesellschaft in Zürich im 19. Jahrhundert als konservative Alternative
Bahnhofbuffet HB Zürich, 1. Stock, Raum Les Trouvailles

Die Evangelische Gesellschaft des Kantons Zürich, heute eine Stiftung, ent-stand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie formierte sich gegen den politischen und theologischen Liberalismus, hatte aber ihre geistigen Wurzeln im 18. Jahr-hundert. Die Gesellschaft vereinigte altorthodoxe, staatskirchliche und pietistische Elemente. Sie zielte zudem auf die Sammlung der ‚gläubigen Protestanten’ und setzte auf die Mission der Arbeiterschaft, die der Kirche gleichgültig bis skeptisch gegenüberstand. Die Verbindung von Mission und Diakonie führte zur Errichtung zahlreicher Werke und Institutionen, die sich zum Teil dank ihrer Erneuerungsfähigkeit bis in die Gegenwart behaupten konnten.

Prof. Dr. Helmut Meyer promovierte 1968 bei Leonhard von Muralt über «Der Zweite Kappeler Krieg, die Krise der schweizerischen Reformation». Von 1969 bis 2009 war er Hauptlehrer für Geschichte am Literargymnasium Rämibühl, von 1985 bis 2008 zudem ständiger Lehrbeauftragter für Didaktik des Geschichtsunterrichts an der Universität Zürich. Häufig wirkte er als Dozent und Reiseleiter an der Volkshochschule Zürich. Für den Lehrmittelverlag des Kantons Zürich verfasste er «Durch Geschichte zur Gegenwart» für die Sekundarschule und – zusammen mit Fachkollegen – «Die Schweiz und ihre Geschichte» für Gymnasien. 1980–1986 war er Präsident der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich.