Montag, 18. Mai 2026, 18:15 Uhr: Führung

Dr. Jochen Hesse

Robert S. Gessner 1908–1982. romantisch und konstruktiv

Zentralbibliothek Zürich, Schatzkammer

Jochen Hesse lädt zu einer exklusiven Führung durch die aktuelle Ausstellung der Zentralbibliothek ein:

Robert S. Gessner wurde einmal der zürcherischste der Zürcher Konkreten genannt. Der Zeitgenosse von Max Bill und Verena Loewensberg, der mit der
Künstlervereinigung Allianz ausstellte und in vielen Zürcher Sammlungen mit wichtigen Werkgruppen vertreten ist, blieb gleichwohl einer der unbekanntesten
Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Lebzeiten war Gessner jedoch in über hundert Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Er führte ein
erfolgreiches Grafikatelier und war als Zeichenlehrer an der Zürcher Kunstgewerbeschule bei den Studierenden beliebt.

Für seinen Werdegang als Künstler wurde, neben Sophie Taeuber-Arp und Wassily Kandinsky, vor allem der Einfluss Paul Klees massgebend. Auf der Gratwanderung zwischen Spieltrieb auf der einen und geometrischen Gesetzmässigkeiten auf der anderen Seite gelangen Gessner, dem selbsternannten «romantischen Konstruktivisten», filigrane Werke von grosser Suggestivkraft.

Wer war dieser Künstler, der vierzig Jahre mit der Kantonsrätin und Frauenrechtlerin Selma Gessner-Bührer verheiratet war und dessen Bilder den Monatslohn eines Arbeiters nicht übersteigen sollten? Die Ausstellung in der Zentralbibliothek ist die erste in einer Zürcher Institution, die diesen authentischen «Künstler ohne Dogma», wie Gottfried Honegger ihn einmal nannte, in einer umfangreichen Retrospektive in Erinnerung ruft.

Dr. Jochen Hesse ist Leiter der Graphischen Sammlung und des Fotoarchivs der Zentralbibliothek.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 15. Mai an
jochen.hesse@zb.uzh.ch, 044 636 41 22
Die Teilnahme an der Führung ist auf 15 Personen beschränkt.
Besammlung im Bibliothekshof vor der Schatzkammer.